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„Die Kinder, die was wollen…“

08.04.2014 von Alexandra Vollmer (Kommentare: 3)

Sind die Generation Y ein Haufen Egomanen?

Generation Y

Flache Hierarchien, sinnstiftende Aufgaben, Flexibilität in der Arbeitszeit und Gespräche mit Autoritäten auf Augenhöhe: Die Generation Y will viel. Das „Y“ steht für „Why“. Denn die Generation Y fragt auch viel: „Warum arbeite ich mit diesem oder jenem Arbeitswerkzeug?“ „Warum kann ich das nicht heute Nachmittag im Park erledigen?“ „Warum darf der so mit mir reden?“

 

„Kinder, die was wollen, kriegen was auf die Bollen.“

Ja, so sind sicher viele von und vor uns aufgewachsen. Wir haben gelernt, uns an vorgegebenen Rahmen zu orientieren. Wir fragen, wenn wir neu hereinkommen eher „Wie läuft das hier?“

 

Die 1980 bis 1995 Geborenen ticken da anders. Sie sind groß. Sie sind selbstbewusst. Sie wollen sich entwickeln, wollen die Welt verändern. Allerdings nur ein bisschen. Aber bevor sie irgendwo reinkommen, fragen sie sich: „Lauf ich hier?“

 

 

Die Gen Y ist anders – und so sicher nicht grundlos Thema hitziger Debatten. Selbst Unternehmen wollen inzwischen wissen, was diese Menschen antreibt, weil sie nicht mehr so recht in herkömmliche Anreizsysteme zu passen scheinen. Da knackt es dann ganz ordentlich im Gebälk. Und so hat Audi im letzten Jahr eine Studie in Auftrag gegeben, um die Wünsche und Ansprüche dieser Generation besser kennenzulernen – immerhin gehört hier schon jeder fünfte Mitarbeiter zu dieser Generation.

 

Und was kam heraus? Die jungen Menschen suchen Herausforderungen, ein Job muss für sie spannend und abwechslungsreich sein. Sie wollen auch Verantwortung übernehmen, aber stärker für Inhalte und Sachthemen. Sie wollen sich nichts sagen lassen – aber auch nicht zwangsläufig Chef sein. Die selbstbewussten Ypsiloner also…. Naja, ist ja auch kein Wunder. Behütet aufgewachsen, gut ausgebildet, von Mama und Papa gepampert. Da hat man gelernt, sich sein Spielzeug auszusuchen.

 

Wollen nur ein paar Auserwählte die Mammutfalle bauen – oder packen wir am Ende alle mit an?

 

Hier geht's zum zweiten Teil der Serie, in dem wir mit Dr. Steffi Burkhart über das Thema Generation Y sprechen. Sie ist Stype bei intrinsify.me, bloggt in Sachen Generation Why und muss es wissen: Wie ticken sie – die heute 20 bis 30 Jährigen – und warum? Krempeln die Ypsiloner das Arbeitsleben um? Oder gründen sie ein Paralleluniversum? Wir freuen uns, wenn Ihr dran bleibt! Für mehr happy working people!

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Kommentar von Christian Kugelmeier | 08.04.2014

Wieso sollte Sinn- und Verantwortungsorientierung eigentlich eine Frage des Alters sein?

Ist "Why" zu fragen ein Phänomen der neuen Jugend? Wenn das so ist, freue ich mich, denn dann scheine ich (Jg. 1972) irgendwie jung geblieben zu sein.

Wir alle, unabhängig vom Alter, driften schlichtweg mit Riesentempo herein ins Zeitalter des Menschen in der Arbeit. Und heraus aus dem Zeitalter der Maschine.

Tschüss, Taylor-Kästchen und Hello, Sinn und Wertschöpfung.

It's never about age. It's about attitude !

Kommentar von Mark Poppenborg | 08.04.2014

Schöner Kommentar Christian. Das riecht ja schon fast so, als würdest Du die nächsten Teile bereits gelesen haben:)

Kommentar von Ardalan | 09.04.2014

Hatte vor Kurzem eine Ypsilonerin im Coaching. War 9 Jahre beim gleichen Unternehmen, hat sich dort von einer Assistenz-Kraft zur (Mit-)Seele des Unternehmens und Projektleiterin hochgearbeitet (soviel mal zur vermeintlich nicht vorhandenen Leistungsbereitschaft der Ypsiloner). Der Chef des Untenrehmens, ein Mann in seinen 70ern, der das von ihm gegründete Unternehmen bis heute noch nicht übergeben hat, wurde von ihr mehrfach auf Probleme in verschiedenen Unternehmensbereichen hingewiesen. Nichts passierte. Nun hatte sie gekündigt. Darauf plötzlich verfiel der GF in leichte Panik, nachdem er von dritter Seite, einer langjährigen anderern MA des Unternehmens auf die Bedeutung der Ypsilonerin für das Unternehmen aufmerksam gemacht worden war: Er bot Ihr daraufhin doppeltes Gehalt und "alle Freiheiten". Sie blieb bei ihrer Kündigung. Nach allen ergebnislosen Ansprechversuchen hatte der GF bei ihr schlicht keinerlei Vertrauensbonus mehr. Da half auch das nichts mehr, was er ihr nun anzubieten bereit war.

Ich denke, dieser "Fall" ist symptomatisch: Die übliche
"dicke Haut", die sich Unternehmensleiter und Manager angewöhnt haben zu tragen, um ihren Job auf die ihnen vertraute Art machen zu können, werden sie sich nur noch um den Preis leisten können, das ihnen die Besten abhauen. Was gefragt ist, ist echte Sensibilität, echtes Zuhören, echtes Eingehen, schlicht: Ernstnehmen von geäußerten Bedürfnissen (statt: Ignorieren, Aussitzen, Bagatellisieren, Abspeisen, Kompensieren).

Ich denke aber, dass es bisher nicht viele "ganz oben" in den Unternehmen gibt, die von Ihrer "Gewordenheit" her in der Lage sind, hier noch umzulernen und wieder sensibler, reaktiver zu werden. Das ist das, was ich bei meinen gestandenen Manager-Coachees erlebe.

D.h.: Ich rechne mit einer nur sehr langsamen, "biologischen" Lösung, einem sehr langristigen Prozess, der auf seinem Weg weiterhin viele Kollateralschäden auf allen Seiten hervorrufen wird und den man kaum beschleunigen, nur in seinen Folgen abmildern kann.

Und natürlich kann man die, die sich noch keineirreversibel dicke Haut zugelegt haben ermutigen, sensibel zu bleiben, etwas mehr auszuhalten und sich neue, andere Lösungen zu überlegen als sich selbst im Zuge ihres "Aufstiegs" in immer mehr Verantwortung immer weiter zu Desensibilisieren, um die damit wachsende Anzahl der an sie herangetragenen Ansprüche auszuhalten.