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New Work in der Projektarbeit – agiles Projektmanagement im Maschinenbau

19.02.2015 von Anke Heines (Kommentare: 3)

Ein Praxisbeispiel für eine neue Art der erfolgreichen Projektarbeit im Maschinenbau: Agiles Projektmanagement

New Work in der Projektarbeit

“Das geht in diesem Bereich gar nicht!” “So was kann man vielleicht in so hippen IT-Klitschen machen.” – Worte, die ich oft zu hören bekomme, wenn ich über agile Projektarbeit in traditionsreichen Branchen spreche.

 

Aber es geht auch anders: Seit gut einem Jahr unterstütze ich das Unternehmen HEMA bei der Implementierung von Projektarbeit. Diese neue Art der Zusammenarbeit gewährleistet zum einen größtmögliche Flexibilität, zum anderen haben alle Mitarbeiter die Möglichkeit ihr Potenzial im Sinne des Unternehmens einzubringen, sich mit ihrer Arbeit zu identifizieren und daran Spaß, Weiterentwicklung und Motivation zu finden.

 

Außerdem sind Strategie und Projektarbeit miteinander verbunden: Das Unternehmen ist als Ganzes flexibel und voll und ganz auf individuelle Kundenwünsche eingestellt. Das geht weit über die sonst wenig funktionierende Implementierung von ein paar Projektmanagementmethoden hinaus, obwohl es eigentlich gar nicht mehr Arbeit ist – nur das Ergebnis ist viel besser.

 

Raus aus alten Mustern – Selbstorganisation im Maschinenbau

 

Wie funktioniert denn das?

 

HEMA ist ein in mittlerweile fünfter Generation geführtes, mittelständisches Maschinenbau-Unternehmen. Mit seiner mehr als 90jährigen Tradition besaß das in Frickenhausen ansässige Unternehmen eher klassische Organisationsstrukturen.

 

Die Führungskräfte wiesen ihren Mitarbeitern Arbeitspakete zu und kontrollierten die Ergebnisse.

 

Das funktionierte ganz gut, so lange man sich in der Serienfertigung bewegte. Doch die Auftragslage in diesem Segment nahm ab und der Anteil im Sondermaschinenbau zu. Unzählige Sonderwünsche der Kunden mussten erfüllt werden. Doch mit den Strukturen tat man sich schwer. Lieferverzögerungen waren an der Tagesordnung, die Kosten liefen aus dem Ruder, so dass sich Grundlegendes ändern musste.

 

Nach kurzer Analyse und Diskussion waren Geschäftsführung und Mitarbeiter einverstanden, sich auf ein agiles Management-Framework einzulassen. Gemeinsam mit allen Mitarbeiterebenen wurde der Kultrwandel eingeläutet!

 

Spaß an Teamarbeit – das Team steuert sich selbst

 

Die ehemaligen Abteilungsleiter bekamen neue Aufgabenbereiche, wie z. B. den Aufbau eines After-Sales Service. Die Abteilungen wurden wurden in Implementierungs-Teams umgeformt. Dafür wurde ein agiles Framework für die Projektarbeit entwickelt und sofort mit der Umsetzung begonnnen.

 

Mut zu Fehlern – gemeinsam lernen

 

Mut von allen Beteiligten war ebenso notwendig, wie das Vertrauen in eine erfolgreiche Zukunft. Die Unternehmenskultur wandelte sich schnell. Heute gibt es keine Einzelkämpfer mehr, sondern die Mitarbeiter stehen in Gruppen zusammen, diskutieren und lösen Herausforderungen gemeinsam, liefern die Produkte rechtzeitig oder sogar vor dem geplanten Termin an die Kunden aus.

 

Der Erfolg gibt uns recht

 

Die Stimmung im Unternehmen hat sich massiv gebessert die Geschäftsführung unternimmt großartige strategische Schritte und das operative Geschäft wird durch einen hervorragenden internen Coach begleitet. Diese im traditionellen Maschinenbau eingesetzte Projektarbeitsmethodik hat die Experten der Jury für den New Work Award überzeugt.

 

HEMA ist in die Runde der Finalisten eingezogen – als einziger Maschinenbauer übrigens. Die große Überraschung war der Gewinn des Sonderpreises der Jury beim New Work Award. Mehr dazu auf der Website von XING-Spielraum unter dem Titel “Revolution auf Schwäbisch”.

 

 


 

Über die Autorin Anke Heines

 

tl_files/intrinsify_me/bilder_news/Anke Heines.jpegVielleicht muss man einen an den Sternen geschulten Weitblick entwickeln (Anke hat als Physikerin in der astronomischen Forschung gearbeitet), um die Arbeitswelt so klarsichtig durchdringen zu können wie Anke das macht. Wertvernichtung, Zeitverschwendung und Bevormundung sind ihr ein Gräuel. Sie setzt dagegen auf Selbstorganisation, Sinn in der Arbeit und Eigenverantwortung. Wenn Anke in Unternehmen auf Partner trifft, die bereit sind sich in Bewegung zu setzen, ist sie in der Lage, gemeinsam mit ihnen völlig neue Formen wertschöpfender und wertschätzender Zusammenarbeit hervorzubringen. Das hat jüngst die Verleihung des Sonderpreises des New Work Award an den von ihr betreuten Maschinenbauer HEMA bewiesen. Und das hat Anke auch auf die Fahnen Ihrer LEADaktiv UG geschrieben: Wertvolles durch Wandel weiterhin wertvoll erhalten.

 


 

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Kommentar von Ardalan | 19.02.2015

Toll! - Wenn das unter bestimmten Umständen auch in so einem traditionsreichen Unternehmen gelingt, ist sicher auch in vielen anderen Unternehmen ähnliches möglich, wo man erst mal das Gefühl hat: "Hier geht sowas aber gar nicht". - Schönes Beispiel, Respekt für Euer Durchhaltevermögen und Eure Überzeugung, die Euch diesen Erfolg gebracht hat! :)
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Mich würde noch interessieren, was Du Anke, ganz persönlich als das Anstrengendste/Schwierigste emfpunden hast, was Du für Dich überwinden musstest, damit Ihr gemeinsam am Ende da raus kommen konntet?

Kommentar von Anke | 19.02.2015

Das ist eine gute Frage: die größte Herausforderung für mich als Begleiter war, mich auf das Veränderungstempo der Menschen einzustellen und genau in diesem Tempo voran zu gehen. Nicht schneller und nicht langsamer. Alle dabei mitzunehmen, die bestehenden Strukturen aufzubrechen und den Weg für die neue Art der Zusammenarbeit zu öffnen.
Die Herausforderung dabei ist, das Unternehmen als Ganzes zu betrachten. Die Veränderung setzt bei den Menschen an, aber Strukturen, Strategie und Kommunikation müssen im Einklang mit verändert werden, damit das in der Gesamtheit erfolgreich ist.

Kommentar von Jörn Blümel | 20.05.2016

Gerade in größeren Unternehmen gibt es jetzt schon Bestrebungen, die Produktionsabläufe in Richtung Industrie 4.0 zu optimieren. Wir müssen hier aufpassen, dass die deutschen Mittelständler hier nicht auf der Strecke bleiben.